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(1) Pädagogisches
Begleitprogramm zur Ausstellung "In der Wahrheit leben. Widerstand und Opposition im 20. Jahrhundert" in der Akademie
C.-Pirckheimer-Haus vom 16. Juni bis 31. Juli 2007:
In Kreisau
in Niederschlesien, auf dem Gut des Grafen Moltke, trafen sich
während des Zweiten Weltkriegs Menschen aus verschiedenen
Parteien, Berufen und Konfessionen, um Pläne für ein "Europa nach Hitler"
zu formulieren. So entstand der Entwurf für ein freies Deutschland
in einem geeinten und friedlichen Europa. Kreisau liegt heute in Polen
und heißt Krzyzowa.
Viele Mitglieder dieses so genannten "Kreisauer Kreises" haben ihr Engagement im Widerstand gegen den Nationalsozialismus
mit dem Leben bezahlt. Der Jesuit Alfred Delp und der Pädagoge
Adolf Reichwein gehörten ebenso dazu wie der Jurist Helmuth
James Graf von Moltke und der Diplomat Adam von Trott zu Solz.
Die Ausstellung verbindet das Gedenken an den Kreisauer Kreis mit der
Erinnerung an den Kampf gegen totalitäre Diktaturen des 20. Jahrhunderts in anderen europäischen Ländern.
Im Mittelpunkt stehen dabei das Kernthema Widerstand
und die Personen, die in politischen und menschlichen
Ausnahmesituationen durch persönlichen Mut, politische
Urteilskraft und couragiertes Handeln die Würde und die Rechte des
Menschen verteidigt haben.
Vom 16. Juni bis 31. Juli wird die Ausstellung im CPH in Nürnberg
mit einem spezifischen pädagogischen Begleitprogramm
präsentiert. Die Tafelausstellung wird ergänzt durch
multimediale
Präsentationen sowie durch
vielfältige Texte, Fotografien und Filmsequenzen.
Der Besuch der Ausstellung ist grundsätzlich frei und kann
selbständig vorgenommen werden. Das pädagogische
Begleitprogramm soll dabei helfen, Fragen und Anregungen der
Ausstellung im Hinblick auf eine Einordnung in das historische
Gesamtgeschehen anzustoßen. Dabei geht es sowohl um spezifische
Probleme der NS-Zeit, als auch um die Schwierigkeiten einer
angemessenen Erinnerung.
Das Angebot richtet sich an Schulklassen und Jugendgruppen aller Art, aber auch an interessierte Erwachsene und wird vom Team Erinnerungsarbeit DIDANAT des CPH betreut.
Folgende pädagogische Angebote sind buchbar:
Angebot 1:
Geführter Ausstellungsbesuch (etwa 45 min.) + wahlweise ein- oder zwei-stündiges Nachgespräch zum Thema Widerstand in der Diktatur.
Angesprochen werden sollen insbesondere das Verhältnis des
Widerstandes zur deutschen Mehrheitsgesellschaft, die Motive und
Pläne des Kreisauer Kreises und die Erinnerung an den deutschen
Widerstand seit 1945.
Preis: € 3.-bzw. € 4.- pro TeilnehmerIn.
Angebot 2:
Geführter Ausstellungsbesuch (etwa 45 min.) + Projekttag zum Thema Widerstand (ca. 4 Stunden).
Preis: € 6.- pro TeilnehmerIn (Jugendliche) und € 12.- für Erwachsene.
Folgende Themen stehen im Mittelpunkt:
Der Nationalsozialismus als "Konsensdiktatur"
Worauf beruhte Hitlers Macht?
Wie verhielten sich die Eliten?
Was zeichnete das Verhalten der "normalen" Deutschen aus?
Welche Rolle spielte der Antisemitismus?
Gab es eine "Nazi-Ethik"?
Widerstand im Nationalsozialismus
Was ist eigentlich Widerstand?
Wer leistete Widerstand und warum?
Wie stand die Mehrheit der Deutschen zum NS-Regime und zum Widerstand?
Welche Weltbilder lagen dem Widerstand zugrunde?
Die Kirchen in der NS-Diktatur: zwischen Widerstand und Kooperation.
Der Kreisauer Kreis
Die Biographien des Kreisauer Kreises.
Was waren seine Pläne für die Nach-NS-Zeit?
In welchen ethischen Dilemmas sahen sich die Kreisauer gefangen?
Welche Rolle spielten Frauen in Kreisau?
Erinnerung und Gegenwart
Das Bild des Widerstandes nach 1945 als Teil der "Bewältigung" des Nationalsozialismus.
Widerstand in anderen Diktaturen.
Die Menschenrechte in der Gegenwart.
Wie stehen wir zu unserem heutigen "Regime"?
Der Projekttag findet in den Räumen des CPH, Königstraße 64, 90402 Nürnberg statt.
Er versteht sich als Angebot für die Teilnehmenden, möglichst
selbständig mit einschlägigen Filmen, Texten,
Tagebüchern und Dokumenten bekannt zu werden und zu arbeiten.
Ausreichend Raum soll für Diskussion bleiben.
Auf Wunsch sind auch Gespräche mit Zeitzeugen sowie mit
Vertretern des Nürnberger Menschenrechtszentrums möglich.
Auch die Einbettung in ein mehrtägiges
Seminarprogramm zur Erinnerungsabeit zum Nationalsozialismus (DIDANAT)
ist möglich.
Anfragen bitte an:
Doris Katheder / Matthias Weiß
Erinnerungsarbeit DIDANAT
Akademie C.-Pirckheimer-Haus gGmbH
Königstraße 64
90402 Nürnberg
Tel. 0911 / 2346-129
e-mail: katheder@cph-nuernberg.de
In Kooperation mit:
Kreisau Initiative Würzburg e. V.
Nürnberger Menschenrechtszentrum
Jugendzentrum im Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg
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