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Eintägige
Seminare
Option 1 - Erkundungstag
Nürnberg - (k)ein Ort wie jeder andere?
Der
Seminartag beginnt mit einem kleinen Rundgang durch die
Nürnberger
Altstadt. Warum haben die Nationalsozialisten gerade diesen Ort zur
"Stadt des Reichsparteitage" gemacht? Wir suchen nach Spuren, wie
Nürnberg im "Dritten Reich" verändert wurde und wie
die Stadt heute mit
dieser Vergangenheit umgeht. Im Mittelpunkt des Seminartages steht der
Besuch des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes und der
Ausstellung
"Faszination & Gewalt" im Dokumentationszentrum
Reichsparteitagsgelände, die wir anhand von
Arbeitsaufträgen
erschließen.
Näheres auf ANFRAGE!
Option 2 - Studientag
Faszination, Partizipation, Gewalt und Erinnerung.
Der
Studientag findet im Studienforum des Dokumentationszentrums und in der
dortigen Ausstellung "Faszination und Gewalt" statt - aber auch eine
kurze Umgehung des Kongresshallen-Torsos gehört zum Programm.
Die
Ausstellung wird in mehreren Phasen mit Hilfe von
Arbeitsaufträgen
erschlossen. Thematische Schwerpunkte sind:
Ideologie und Propaganda am Beispiel der Nürnberger
Reichsparteitage
Formen, Ursachen und Funktionen nationalsozialistischer Gewalt
Fragen des Umgangs mit der Geschichte - "Erinnerung".
DAUER: ca. 6 Stunden
PREIS:
€ 120.- + Eintritt in das Dokumentationszentrum (€
1,50 für Jugendliche
und Studierende bzw. € 6.- für andere Teilnehmende).
Fahrtkosten mit
der Straßenbahn sind separat zu entrichten.
BUCHUNG: Diese Veranstaltung wird von der CPH Jugendakademie in
Kooperation mit dem Dokumentationszentrum
Reichsparteitagsgelände durchgeführt. Bitte
buchen Sie diese spezifische Veranstaltung direkt dort: Tel.: 0911 /
231-5666.
Option 3 - Seminartag
Nürnberg 1945: Die Rückkehr des Rechts nach Deutschland
Ein Seminartag zu den Nürnberger Prozessen und zum rechtlichen Umgang mit Diktaturen und Menschheitsverbrechen
Im Schwurgerichtssaal 600 des Nürnberger Justizgebäudes
fanden zwischen 1945 und 1949 die bedeutendsten Prozesse gegen
NS-Verbrecher statt.
Der Seminartag beleuchtet die Anstrengungen der Alliierten, in der
ehemaligen Stadt der Reichsparteitage mit dem nationalsozialistischen
Unrechtsregime abzurechnen und dabei Ablauf, Ziele und rechtliche
Schwierigkeiten des Internationalen Militärtribunals gegen die
Hauptkriegsverbrecher deutlich zu machen. Eingegangen wird aber auch
auf die so genannten Nachfolgeprozesse gegen Angehörige
ausgewählter Eliten des Dritten Reiches.
Ein wesentlicher Aspekt des Seminartages liegt aber darin, Einblick zu
nehmen in Ausmaß und Charakter der NS-Verbrechen, in die
Motivationen der Täter und das Verhalten der Eliten im NS-Staat.
Dabei ist es unabdingbar, sich auch auf die Erfahrungen der Opfer
nationalsozialistischer Gewalt (nicht zuletzt vor Gericht) einzulassen
und darüber hinaus über die Einstellung der deutschen
Gesellschaft zur justiziellen Ahndung des NS-Unrechts und zur
Entnazifizierung zu sprechen.
Der Studientag will aber auch über die historische Situation
hinausgehen: Ausgehend von „Nürnberg“ gilt es, den
weiteren rechtlichen, aber auch gesellschaftlichen Umgang mit den
NS-Verbrechen in die ebenso langwierige wie dramatische Geschichte der
Transformation der „Volksgemeinschaft“ in die
Zivilgesellschaft der Bundesrepublik zu rekonstruieren.
Einen dritten wichtigen Baustein des Seminars wird schließlich
die von „Nürnberg“ ausgehende Fortentwicklung des
Völkerstrafrechts bis zur Gegenwart sein (Stichwort: Den Haag).
Welche Möglichkeiten stehen uns heute zur Verfügung, Unrecht
im Menschheitsmaßstab mit den Mitteln internationalen Rechts zu
begegnen?
Das Seminar verbindet eine Exkursion zum Originalort des Geschehens
(Schwurgerichtssaal 600) mit Zeitzeugengesprächen sowie der
vielfältigen Konfrontation der Teilnehmer mit einschlägigen
Dokumenten.
Eine Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Büro für Menschenrechte ist auf Anfrage möglich.
Näheres auf ANFRAGE!
Option 4 - Seminartag
Der Streit über die NS-Zeit zwischen 1945 und heute
Ein Seminartag zur Erinnerungsgeschichte
Die rückblickende Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und ihren
Folgen bildet nun schon über Jahrzehnte hinweg die bedeutendste
Möglichkeit der Bundesrepublik, sich ihrer Befindlichkeiten, aber
auch Normen bewusst zu werden. Im krassen Gegensatz dazu steht die
Tatsache, dass die Geschichte der Erinnerung an die NS-Zeit zumeist nur
in Ansätzen Gegenstand des Geschichtsunterrichts ist. Namen wie
Mitscherlich oder Fritz Bauer, Goldhagen oder Ernst Nolte und selbst
Adorno sind im Gegenwartsbewusstsein kaum mehr präsent. Eher
selten ist jemand in der Lage, etwa den Auschwitzprozess zeitlich
einzuordnen. In der Folge erscheint die Beschäftigung mit der
NS-Zeit vielen trotz einer institutionell gut aufgestellten und aktiven
„Erinnerungskultur“ eher als Last, die den heutigen
Deutschen von einem unfairen Schicksal auferlegt worden ist, denn als
etwas, was uns wirklich betrifft.
Das Seminar versucht, diese Geschichte als unsere eigene sichtbar zu
machen. Es will hinter die Schlagwörter von einer
„unbewältigten Vergangenheit“ oder einem
„Erinnerungsbusiness“ blicken.
Ausgangspunkt ist dabei die Einsicht, dass die Fiktion der
„Stunde Null“ selbst bereits Bestandteil eines ebenso
aufregenden wie schwierigen Prozesses war, in dessen Verlauf sich die
– erst durch die Niederlage zur Demokratie gebrachten –
ehemaligen Volksgenossen (mit alliierter Hilfe) selbst aus dem Sumpf
ihrer vielfältigen Beteiligung am NS-Projekt zogen.
Angesprochen werden die zähen Kontinuitäten auf personeller,
rechtlicher und mentaler Ebene, aber auch die Wandlungs- und
Lernprozesse auf den Bühnen der Justiz, der Politik, der Kultur
und nicht zuletzt auf dem Gebiet der Wiedergutmachung. Immer wieder
soll dabei die deutsche Binnenperspektive mit dem Blick „von
außen“ konfrontiert werden.
Ziel des Seminartags soll neben einem vertieften Einblick in den
tatsächlichen Ablauf der Erinnerungsgeschichte aber auch die
Diskussion über Sinn und Nutzen kollektiver Erinnerung
überhaupt sein. Wie entsteht Erinnerung? Wem diente und dient sie?
Wem schadet sie? Was und wie wird erinnert? Welche Kosten verursacht
Verschweigen? Und: Gibt es eine „Ethik der Erinnerung?
Der Studientag konfrontiert die Teilnehmenden mit Texten und Filmen aus
der Erinnerungsgeschichte. Auf Absprache hin sind auch Exkursionen zur
alten Ausstellung in der Zeppelintribüne und/oder zum
Originalschauplatz der Nürnberger Prozesse möglich
(Aufpreis/Fahrtkosten). Darüber hinaus besteht die
Möglichkeit zum Gespräch mit bedeutenden Zeitzeugen der
Erinnerungsgeschichte.
Das Angebot richtet sich an alle, die sich für die Problematik im
besonderen und unser Land im allgemeinen interessieren, insbesondere
jedoch an Lehrer und andere Multiplikatoren der Erinnerungsarbeit.
Näheres auf ANFRAGE!
[eintägig]
[mehrtägig] [Doppelseminar]
[Fortbildung]
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