DIDANAT - Erinnerungsarbeit in Nuernberg die Luitpoldarena in Nuernberg
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Rückkehr zur Menschlichkeit

Ein Studientag im CPH zum Umgang mit der

NS-Vergangenheit und den Menschenrechten

 

Die ehemalige „Stadt der Reichsparteitage“ nennt sich seit ein paar Jahren „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“. Nürnberg, wo einst die Nationalsozialisten per Gesetz die radikale Ungleichheit der Menschen verkündeten, steht damit exemplarisch für den deutschen Weg zurück aus der Barbarei in die Zivilisation. Untrennbar mit dieser Lerngeschichte verbunden ist die Erinnerung an die NS-Zeit. Im Jahr 2001 hat im Nürnberger Dokumentationszentrum nach langer Ignoranz auch die Diskussion um eine angemessene Erinnerung einen eigenen Ort gefunden, der seinerseits die Selbstwahrnehmung der Stadt verändert…

 

Unser Studientag richtet sich an Interessierte, die diesen Weg reflexiv, aber auch emotional nachvollziehen wollen. Neben der Vermittlung von Wissen soll dafür sensibel gemacht werden, dass die Rückkehr zur Zivilgesellschaft keineswegs zwangläufig war, sondern auf historischen Entscheidungen, selbst-bewusst geführten Kämpfen und oft genug dem Mut Einzelner beruhte. Aber auch, dass sich persönlicher Einsatz lohnt und Veränderungen möglich sind. Wie ein Blick in das Grundgesetz zeigt, führt das Thema Menschenrechte – bei uns oft zum Glück eher abstrakt erfahrbar – zum Kern unserer heutigen Identität als Deutsche, wenngleich auch bei uns die Etablierung einer Kultur, in der die Menschenrechte verstanden, respektiert und verteidigt werden, ständiger Anstrengung bedarf.

 

  • Ausgangspunkt sind die Nürnberger Prozesse, deren Originalschauplatz im Rahmen des Studientags besucht werden kann - am jeweiligen Tag allerdings abhängig von der Nutzung durch die Justiz.Sie stehen für eine erste Aufarbeitung der nationalsozialistischen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, aber auch für den Versuch, das Völkerstrafrecht konsequent weiterzuentwickeln, um für die ganze Menschheit Konsequenzen aus dem erlebten „Zivilisationsbruch“ zu ziehen.

 

  • Ein gemeinsamer Gang durch die Innenstadt von Nürnberg (Hauptmarkt [ehemals Adolf-Hitler-Platz], Synagogen-Mahnmal, Vertriebenen-Denkmal, Straße der Menschenrechte etc.) lässt diese als Erinnerungsraum sichtbar werden. Seit wann und wie erinnert man sich in der „deutschesten aller deutschen Städte“? Und woran? Was bleibt außen vor? Was hat sich verändert, was bleibt zu tun? Und: Wie kann im ehemaligen Jubelort des Nationalsozialismus eine angemessene Erinnerung an die nazistischen Menschheitsverbrechen überhaupt aussehen?

 

  • Die Institutionalisierung der Menschenrechte im Grundgesetz und im Denken der gesamten zivilisierten Welt kann als unmittelbare Folge der NS-Verbrechen verstanden werden. Ihre Relevanz ist seitdem kaum geringer geworden. In unserem Studientag soll die enorme Wichtigkeit des Themas in universeller Hinsicht, aber auch für konkrete Schicksale sichtbar werden. Gedacht ist an einen Besuch im Nürnberger Menschenrechtsbüro, wo man sich über Praxis, Möglichkeiten und Grenzen aktueller Menschenrechtsarbeit informieren kann. In einer eigenen Seminareinheit können bestimmte Themenfelder – etwa Diskriminierung, Frieden, Sicherheit, Eigentum, Meinungsfreiheit, Gewissensfreiheit oder Demokratie – vertieft werden.

 

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Am jeweiligen Tag allerdings abhängig von der Nutzung des Raumes durch die Justiz.